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Am Anfang war das Wort?

Mai 20th, 2007 by Blu:RayNe

Und das Wort war Information. Und schon sind wir am Beginn unserer Realität, bzw. dessen was unsere Realität vielleicht ausmachen könnte.

Es ist echt Schade, dass viele Menschen das Konzept der Dimensionen nicht verstehen, oder kaum eine Vorstellung haben von dem was die Wissenschaft als Planckzeit bezeichnet, nach der vielleicht bis zum Ende der Planckzeit noch überhaupt keine Zeit existierte.

Demnach bezeichnen wir die Welt in der wir Leben nach Einstein als Raumzeit, dem Raum und Zeit miteinander verwoben sind, welches gerade erst durch die Präzision unserer modernen Technologie (Gravity Probe B, Homepage) bewiesen werden kann. Er lag also wohl nciht falsch mit seinen Theorien über die Krümmung von Raum und Zeit.

Quantenphysik muss schockierend und unverständlich auf die Menschen wirken. Vielleicht sagt es vielen auch nichts. Ich selbst wurde gefragt, was mir das Wissen bringe, welche Vorteile? Oder warum ich mich dafür interressiere.

Natürlich interesse ich mich für die Vorstellung für die Welt, kurz Kosmologie. Ein Modell des Kosmos hat die Menschheit immer schon interressiert. Der Mensch wollte schon immer hinter die göttlichen Geheimnisse blicken. Zwar decken die Restriktionen des Katholizmus dieses unerforschte Gebiet wenig ab, doch tat es z.B. die alte griechische Götterwelt. Heute haben wir die Superstring-Theorie, und die Schleifengravitation, nach der Quanten-Partikel, Teilchen in einem Multidimensionalen Raum sind, die vielleicht durch multiple Versen (Multiversum) schwingen. Vielleicht sind sie es, die letztendlich der Ursprung der Dunklen Energie sind, die unser Universum krümmt, wie ein Mensch das Trampolin, auf dem er steht.

Einer der wesentlichen Antworten auf die Frage, welche Vorteiel jemand durch Quantenphysik hat, sind wohl CD-Player, die ohne die Quantenphysik nicht möglich gewesen wären, wie auch viele andere Dinge und vor allem Dinge die es in Zukunft geben wird. Somit also praktisch schon die Basis für unsere moderne Zivilisation, wie jede andere wissenschaftliche Disziplin auch.

Was die Vorteile sind, die sich ein Mensch im Glauben verspricht, ist die wesentlich interressantere Frage. Ich bin kein Wissenschaftler, dennoch Anhänger des Transhumanismus, der aus abendländischer humunistischer Tradition heraus die These vertritt, dass der Mensch, um zu expandieren, nicht herum kommt sich selbst zu ändern. Wir sind nunmal nichts anderes als Tiere, und um nicht irgendwann ausgelöscht zu werden, brauchen wir mehr Energie, den das Energiesaufkommen steigt stetig. Irgendwann müssen wir diesen Planeten verlassen. Wenn wir dazu nicht in der Lage sind, werden wir kurzerhand ausgelöscht – ohne dem Kosmos seine Geheimnisse entlockt zu haben.

Das mag für die meisten noch utopisch klingen, und es gibt viele Probleme, die auf der Erde erst noch gelöst werden müssen. In erster Linie sind wir immer noch unkontrollierte Tiere, die für die Moderne noch nicht bereit ist, nein nicht einmal für den Strassenverkehr: Als Mensch kann ich vielleicht vor einem plötzlich auftauchenden Rentner noch stoppen, mit einem Auto, das ich nicht zu 100% kontrolliere und vielleicht auch noch 100km/h fährt, geht das nicht, da ich ja nur die Mechanik steuere, die wiederum mir als steuernde Einheit keine fühlende Rückkopplung gibt.

Was Transhumanismus angeht, so sehe ich darin erst einmal eine mentale Transformation hin zu einem Menschen neuer Generation, der seine Probleme wissenschaftlich löst, und nicht mit Emotion, was im entfernteren wiederum Diplomatie oder auch Formen der Aggression bedeuten. Trotzdem ist das Gefühl an sich (d.h. Emotionen) ein starkes Mittel, um soziale Verbindungen und Zusammenarbeit zu festigen und zu sensibilisieren, d.h. flexibel zu gestalten.

Eine Dystopie der Menschheit wäre die aus StarTrek bekannten Borg, die ein kollektives Bewusstsein besitzen und damit eine äußerst effektive Spezies darstellen. Sie berücksichtigen aber nicht die geringen Kapazitäten eines Individuums, und besitzen als einzelne Einheiten ohne das kollektiv kaum die Eigenschaften in Isolation überleben zu können.

Übertragen auf die Menschen hiese das, dass wir sozusagen stolz auf unsere Denker und Wissenschaftler sein sollen, da sie es die die Menschheit massgeblich voran bringen. Wir, die Gesellschaft, sind im großem Ganzen nur eine konsumierende Masse, die Energie, d.h. hauptsächlich finanzielle Mittel bzw. einen Testground zur Evaluierung neuer Technologien zur Verfügung stellen. Die meisten sind kaum dazu in der Lage zur Kultur oder Wissenschaft beizutragen – im übrigen bezeichne ich die Kultur als Rückgrad jeder Gesellschaft –  beizutragen, weswegen viele Auswege in die Politik suchen, oder nur als verwertender Faktor oder Arbeitskraft in der Wirtschaft tätig sind.

Aus meiner Sicht ist die Wirtschaft eine Art Pufferzone, die dazu da ist unseren Wohlstand zu sichern, neue Technologie zu evaluieren bzw. selbst Auftraggeber der Wissenschaft sind, und kulturelles Marketing betreibt. Leider ist sie mittlerweile neben Exekutive, Judikative und Legislative mit den Medien eine zu stark gewordene Gewalt. Eine 5er-Gewaltenteilung mit Kontrollinstanzen sehe ich für einen modernen Staat unerlässlich.

Nun, ich schweife mal wieder ab, dennoch repräsentiert dies im Moment meine Vorstellung von einer Gesellschaft, die sich in Entwicklung befindet und ein großes Potential besitzt, dass sie eigentlich wegen mangelnder Bildung einfach nicht wahr nimmt. Man hat oft das Gefühl, dass man sich eher unter Affen mit all Ihren Launen und unüberlegten Verhalten befindet, als unter denkenden Wesen. Vielmehr drängt sich mir hier die Vorstellung auf, nur ein paar von uns seien real und denkende Wesen und viele nur Statisten in einem göttlichen Spiel. Ich hoffe dieses Verhalten führt nicht irgendwann zur totalen Annihilation.

Nach aktuellem Telepolis-Artikel scheint es für mich immer deutlicher zu werden – vor allem aus Informatiker-Perspektive – dass es vielleicht nicht falsch ist zu glauben, das Universum bestehe als Information. Und das Streben nach Information bzw. eine breite Allgemeinbildung bzw. eine Spezialisierung in Wissensgebieten, worunter auch die Informatik fällt, ist das Einzige, um oben genannte Ziele zu erreichen.

Ja, es ist eine sehr verführende Modellvorstellung, dass im Endeffekt alles kosmische doch nur aus Information besteht, die in ihrem undendlichem Chaos und einigen Stellen zu einer Ordnunge, oder besser gesagt Extropie, geführt hat, aus der Komplexität und Abhängigkeiten verschiedener System untereinander entstanden sind. Auch wenn als physikalischen und quantenphysikalsichen Gesetzen unterliegt, ist es doch letztendlich nur Information die unserem Universum zu Grunde liegt.

Die Zukunft ist unbestimmt. Glauben wir also an keinen Gott sondern an das Morgen, auch wenn es noch eine Menge Arbeit geben wird, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Ich glaube an eine bessere Welt, ich glaube an grenzenlose Expansion, eine hohe Informationsdichte und ein stetig wachsendes Energieaufkommen.
Kurzum: Ich glaube an die Wissenschaft und an die Philosophie.

Soweit das Wort zum Sonntag. Vielleicht hat ja jetzt jemand Lust bekommen sich auch einmal, mit den genannten Themen zu beschäftigen.

Filed under Allgemein, Wissenschaft having

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